Kein allgemeiner Anspruch
In Deutschland gibt es derzeit keine gesetzliche Regelung, die dir einen Anspruch auf Homeoffice oder mobile Arbeit gibt. Du kannst den Wunsch jederzeit äußern, dein Arbeitgeber muss aber nicht zustimmen. Verspricht eine Anzeige Homeoffice, sollte die Regelung deshalb schriftlich im Arbeitsvertrag oder in einer Zusatzvereinbarung stehen.
Telearbeit und mobile Arbeit
Die Arbeitsstättenverordnung kennt den Telearbeitsplatz: einen vom Arbeitgeber fest eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz in deiner Wohnung, für den Wochenarbeitszeit und Dauer vereinbart sind. Mobile Arbeit ist freier und kann am Küchentisch, im Zug oder bei Kunden stattfinden. Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit mit, die mit Informations- und Kommunikationstechnik erbracht wird.
Unfallversicherung zu Hause
Arbeitest du im Auftrag deines Arbeitgebers zu Hause oder an einem anderen Ort, bist du gesetzlich unfallversichert im gleichen Umfang wie im Betrieb. Versichert ist auch der direkte Weg, auf dem du dein Kind von zu Hause in die Kita oder zur Tagespflege bringst und wieder abholst.
Arbeitszeit gilt auch zu Hause
Das Arbeitszeitgesetz gilt im Homeoffice genauso wie im Büro. Nach Arbeitsende steht dir grundsätzlich eine ununterbrochene Ruhezeit von elf Stunden zu, und die tägliche Höchstarbeitszeit bleibt dieselbe. Kläre deshalb, wie deine Arbeitszeit erfasst wird und ob du abends auf Nachrichten reagieren sollst. Vereinbarte Erreichbarkeitszeiten schützen dich und dein Team vor Missverständnissen.
Was du vor der Zusage klärst
- Wie viele Tage pro Woche oder welcher Anteil der Arbeitszeit remote vereinbart ist
- Ob du aus einem anderen Bundesland oder aus dem Ausland arbeiten darfst
- Welche Geräte gestellt werden und wer Internet und Strom zahlt
- Zu welchen Zeiten du erreichbar sein musst und wie oft Präsenztermine anstehen
Bewerbung für Remote-Stellen
Arbeitgeber achten bei Remote-Stellen auf Selbstorganisation und schriftliche Kommunikation. Beschreib in deiner Bewerbung konkret, mit welchen Werkzeugen du bereits im verteilten Team gearbeitet hast, etwa Ticketsysteme, Videokonferenzen oder gemeinsame Dokumente. Bereite dich auf ein Gespräch per Video vor: stabile Verbindung, ruhiger Raum und ein Hintergrund, der nicht ablenkt.
Datenschutz am heimischen Schreibtisch
Arbeitest du mit Mandanten- oder Kundendaten, gelten zu Hause dieselben Vertraulichkeitsregeln wie im Büro. Frag nach, ob Unterlagen ausgedruckt werden dürfen, wie du sie aufbewahrst und ob du ein privates Netzwerk oder einen dienstlichen Zugang nutzt. Ein abschließbarer Schrank oder ein Raum, in dem Gespräche nicht mitgehört werden, kann für Stellen in Steuerberatung oder Personalwesen eine Voraussetzung sein.